Datenschutzerklärung

1. Datenschutz auf einen Blick

Allgemeine Hinweise

Die folgenden Hinweise geben einen einfachen Überblick darüber, was mit Ihren personenbezogenen Daten passiert, wenn Sie unsere Website besuchen. Personenbezogene Daten sind alle Daten, mit denen Sie persönlich identifiziert werden können. Ausführliche Informationen zum Thema Datenschutz entnehmen Sie unserer unter diesem Text aufgeführten Datenschutzerklärung.

Datenerfassung auf unserer Website

Wer ist verantwortlich für die Datenerfassung auf dieser Website?

Die Datenverarbeitung auf dieser Website erfolgt durch den Websitebetreiber. Dessen Kontaktdaten können Sie dem Impressum dieser Website entnehmen.

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Ihre Daten werden zum einen dadurch erhoben, dass Sie uns diese mitteilen. Hierbei kann es sich z.B. um Daten handeln, die Sie in ein Kontaktformular eingeben.

Andere Daten werden automatisch beim Besuch der Website durch unsere IT-Systeme erfasst. Das sind vor allem technische Daten (z.B. Internetbrowser, Betriebssystem oder Uhrzeit des Seitenaufrufs). Die Erfassung dieser Daten erfolgt automatisch, sobald Sie unsere Website betreten.

Wofür nutzen wir Ihre Daten?

Ein Teil der Daten wird erhoben, um eine fehlerfreie Bereitstellung der Website zu gewährleisten. Andere Daten können zur Analyse Ihres Nutzerverhaltens verwendet werden.

Welche Rechte haben Sie bezüglich Ihrer Daten?

Sie haben jederzeit das Recht unentgeltlich Auskunft über Herkunft, Empfänger und Zweck Ihrer gespeicherten personenbezogenen Daten zu erhalten. Sie haben außerdem ein Recht, die Berichtigung, Sperrung oder Löschung dieser Daten zu verlangen. Hierzu sowie zu weiteren Fragen zum Thema Datenschutz können Sie sich jederzeit unter der im Impressum angegebenen Adresse an uns wenden. Des Weiteren steht Ihnen ein Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde zu.

2. Allgemeine Hinweise und Pflichtinformationen

Datenschutz

Die Betreiber dieser Seiten nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst. Wir behandeln Ihre personenbezogenen Daten vertraulich und entsprechend der gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie dieser Datenschutzerklärung.

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Hinweis zur verantwortlichen Stelle

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Ev. Elisabethkirchengemeinde Marburg
Schützenstraße 39
35039 Marburg

Telefon: +49 (0) 6421 - 65683
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Widerruf Ihrer Einwilligung zur Datenverarbeitung

Viele Datenverarbeitungsvorgänge sind nur mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung möglich. Sie können eine bereits erteilte Einwilligung jederzeit widerrufen. Dazu reicht eine formlose Mitteilung per E-Mail an uns. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt vom Widerruf unberührt.

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Im Falle datenschutzrechtlicher Verstöße steht dem Betroffenen ein Beschwerderecht bei der zuständigen Aufsichtsbehörde zu. Zuständige Aufsichtsbehörde in datenschutzrechtlichen Fragen ist der Landesdatenschutzbeauftragte des Bundeslandes, in dem unser Unternehmen seinen Sitz hat. Eine Liste der Datenschutzbeauftragten sowie deren Kontaktdaten können folgendem Link entnommen werden: https://www.bfdi.bund.de/DE/Infothek/Anschriften_Links/anschriften_links-node.html.

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5. Plugins und Tools

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Quelle: eRecht24: https://www.e-recht24.de / Stand: Mai 2018

Die Gründungsversammlung
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Wie werde ich Mitglied?

Möchten Sie dem Verein der Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V. beitreten, füllen Sie bitte eine Beitritts- und eine Datenschutzerklärung aus und lassen Sie sie uns zukommen. Die beiden Formulare finden Sie - ebenso wie die Beitragsordnung - unten zum Download. Sie können sie dann in der Küsterstube am Eingang der Elisabethkirche abgeben.
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Constantin Scholl, Organist

Constantin Scholl, 1998 geboren, entdeckte schon früh seine Begeisterung für Musik. So nahm er mit sieben Jahren seinen ersten Klavierunterricht, den er mit vierzehn Jahren um Orgelunterricht erweiterte, bei Dekanatskantor Günter Emde. Schon wenig später begann er regelmäßig die Gottesdienste in den umliegenden Gemeinden seines Heimatortes Dietzhölztal musikalisch mit seinem Orgelspiel zu begleiten. Die Begeisterung für die Orgel führte ihn unter anderem mehrfach zu den C-Kursen der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern, wo er 2017 seine C-Prüfung mit Auszeichnung ablegte. Während dieser Zeit erhielt er zusätzlich Unterricht bei Bezirkskantor Joachim Dreher. Trotz seiner großen Liebe zur Musik entschied er sich nach seinem Abitur im Sommer 2017 für das Studium der Mathematik, welches er im Wintersemester 2017 an der Philipps-Universität Marburg antrat. Seitdem erhält er Orgelunterricht bei Bezirkskantor Nils Kuppe an der Elisabethkirche und singt im Universitätschor Marburg, um seinen musikalischen Weg auch neben dem Studium weiter fortzusetzen. Seit Mai 2019 ist er in der Funktion des Assistenten von Nils Kuppe als Organist an der Elisabethkirche tätig.

Verborgene Kunstschätze, Teil 1: Der Elisabethschrein

von Claudia Rust Als das prominenteste „bewegliche“ Ausstattungsstück der Elisabethkirche kann wohl der Elisabethschein bezeichnet werden. Er ist ein einzigartiges Beispiel mittelalterlicher Goldschmiedekunst aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und kunsthistorisch von höchster Bedeutung. Bereits seine architektonische Form, ein Langhaus mit zentralem Querhaus, findet kaum Vergleichbares. Die hölzerne Lade ist vollständig von einem feuervergoldeten Metallgehäuse aus getriebenen, teils gegossenen Kupfer- und Silberarbeiten ummantelt. Große Figuren der Elisabeth, der Maria mit Christuskind und dem thronenden Christus dominieren die Ansichtsseiten. Seitlich des Querhauses sitzen die zwölf Apostel in Nischen. Acht Flachreliefs auf den Dachflächen vervollständigen das Bildprogramm mit Darstellungen aus Elisabeths Leben. Zusätzlich schmücken Filigran, farbige Emailplatten, Edelsteine, Halbedelsteine, Gemmen, Glasflüsse, Perlmutterstücke und Perlen sowie große Dachknäufe den Schrein. Aufgrund seiner reichen, künstlerisch und materiell vielseitig gearbeiteten Erscheinung erregte der Schrein in den vergangenen Jahrhunderten stets Aufmerksamkeit und weckte aus unterschiedlichen Gründen Begehrlichkeiten. Viele Geschichten ranken sich um ihn und hinterließen Spuren auf seinem Äußeren. Die große Leerstelle im Querhaus gegenüber dem thronenden Christus erinnert an das verheerendste Geschehnis. Es ereignete sich während der französischen Besatzung durch Kaiser Napoleon. Napoleon hatte 1807 seinen jüngsten Bruder Jérôme als Herrscher im neugegründeten Königreich Westphalen mit Regierungssitz in Kassel eingesetzt. Jérôme zeigte großes Interesse an den Kunstgütern seiner Krondomäne, zu der auch Marburg und seine Besitzungen wie die Elisabethkirche gehörten. Er befahl nach Begutachtung des Schreins durch den Marburger Professor der Chemie und Mineralogie Johann Christoph Ullmann am 19. November 1810 die Überführung des Kunstwerks in seine königliche Schlosskapelle nach Kassel. Wider Erwarten wurde der Schrein dort infolge eine Schlossbrandes am 24. November 1811 weiteren Gefahren ausgesetzt. Der Schrein wurde zwar gerettet, stand jedoch zunächst unbeaufsichtigt einige Stunden im Schlosshof, wechselte dann ins Museum Fridericianum, gelangte in der Folgezeit in ein Depot für kurfürstliche Möbel und wurde schließlich in der Wohnung eines Offiziers untergestellt. Am 29. Juli 1813 konnte der Schrein unter Einsatz des Bischofs von Wendt und des Fürstbischofs von Corvey wieder in ein Gotteshaus, die Elisabethkirche in Kassel, versetzt werden. Von dort wurde er am 2. August 1814, nach Beendigung der französischen Herrschaft und der Rückkehr des Kurfürsten aus dem Exil, wieder in die Sakristei der Marburger Elisabethkirche zurückgeführt. Die anschließende Untersuchung des Schreins durch Professor Ullman und Zinsmeister Johann Jacob Feyler offenbarte die Veränderungen seit der Beschlagnahmung. Ullmann hatte vor der Abwanderung nach Kassel sämtliche Juwelen am Schrein gezählt und Siegelabdrücke der Gemmen angefertigt. Somit konnte die Differenz der Schmuckstücke exakt beziffert werden. Des Weiteren waren gravierende Beschädigungen an einzelnen Figuren, ein besonderer Kameo und das fehlende Motiv im Querhaus festgestellt worden. Hier befand sich ursprünglich ein Baumkreuz mit dem Korpus Christi und darüber ein Engel. Zusammen mit der erhaltenen Marien- und Johannesfigur bildeten sie eine Kreuzigungsdarstellung, die nun nur noch in einer Grafik von 1692 überliefert ist. Anstelle des Engels trägt der Schrein seitdem die kaum lesbare, eingeritzte Inschrift „Joh. Christoph Ullmann 17. Sept. 1814 / Joh. Jacob Feyler 14. Sept. 1814 / nach dem Raub durch die / Franzosen von 117 Edelsteinen“. Sie dokumentiert den Verlust und bezeichnet gleichzeitig dieses schicksalhafte Ereignis.
Neben solchen gewaltsamen Eingriffen in der Vergangenheit ist der Schrein auch stets natürlichen Widrigkeiten ausgesetzt. Klimatische Bedingungen wie Feuchtigkeit setzen den verarbeiteten Metallen und den Steinfassungen zu. Der Schrein wurde zuletzt 1931 restauriert. Eine grundlegende Restaurierung zur Erhaltung des kostbaren Kunstwerks ist dringend erforderlich.   Quellen:
BICKELL, Ludwig, Zur Erinnerung an die Elisabethkirche zu Marburg und zur 6. Säcularfeier ihrer Einweihung, Marburg 1883. KOLBE, Wilhelm, Die Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg; Zum sechshundertjährigen Weihetag der St. Elisabethkirche dem ersten Mai 1883, Marburg 1883.
LEMBERG, Margret, Der Elisabethschrein, die erstaunliche Karriere eines Kunstwerks: item sant Elizabeth im kasten, Marburg 2013.
LEPPIN, Eberhard, Die Elisabethkirche in Marburg, Marburg 1983.
Zum Erhalt des beweglichen Inventars: Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg; info@ffdem.de
Eine Sonderführung zum Elisabethschrein findet am Freitag, den 26.7.2019, um 16 Uhr in der Elisabethkirche statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des Vereins "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V." kostenlos.

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Verborgene Kunstschätze, Teil 2: Figuren der Chorschranke

von Claudia Rust Unter den Ausstattungsstücken der Elisabethkirche gebührt der Chorschranke besondere Aufmerksamkeit. Das Erscheinungsbild der teils durchbrochen gestalteten, steinernen Trennwand spiegelt anschaulich die gesellschaftlichen und ästhetischen Veränderungen über die Jahrhunderte wider. Erst Mitte des 14. Jahrhunderts wurde sie zur Abgrenzung des stillen Bereichs der Deutsch Ordensbrüder vom belebten Gemeinderaum errichtet und wechselte seitdem mehrfach ihr Äußeres. Jeder Eingriff hinterließ sichtbare Spuren. Besonders betroffen war stets die Galerie mit ihren Nischen, Podesten und Baldachinen für ein umfangreiches plastisches Bildprogramm.
Etwa 46 Statuen zierten ursprünglich die Trennwand und bestimmten somit wesentlich den Gesamteindruck. Sie fielen jedoch nach knapp 300 Jahren der Reformation zum Opfer. Zunächst blieb das Ensemble dank des Einflusses des Deutschen Ordens unversehrt. 1619 befahl der reformierte Landgraf Moritz der Gelehrte unter Berufung auf das alttestamentliche Bilderverbot die Vernichtung sämtlicher Figuren westlich der Chorschranke. Neben einzelnen Fragmenten von etwa zwölf Figuren, die im Rahmen einer archäologischen Grabung 1889 gefunden wurden, überlebten nur zwei Skulpturen in Gänze die Zerstörung.
Bei den erhaltenen ganzfigurigen Skulpturen aus dem 14. Jahrhundert handelt es sich um die Apostel Philippus und Jacobus, die sich durch ihre Attribute, das Kreuz und das Schwert, auszeichnen. Beide Sandsteinstatuen flankieren den Südeingang. Sie vermitteln uns heute einen Eindruck von der mittelalterlichen Gestaltung und Farbigkeit der Chorschranke und stehen stellvertretend für die verlorenen Figuren des 14. Jahrhunderts. Es ist davon auszugehen, dass die Chorschranke alle 12 Apostel präsentierte. Weitere Indizien zum ursprünglichen Bildprogramm geben die, teils im Marburger Kulturmuseum ausgestellten Fundstücken von 1889. Darunter befinden sich die sitzenden Figuren von Maria und Christus. Vermutlich stellen sie die Marienkrönung dar und waren in einer der großen Nischen im Mittelteil platziert. Kleinere Engelsfiguren füllten die untere Konsolenreihe.     
Über zwei Jahrhunderte verharrte die stark vom brutalen Bildersturm der Reformation gezeichnete Chorschranke als monochrom gefasste Trennwand mit abgeschlagenen Architekturteilen und ohne Figurenschmuck. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erstarkte das Verlangen nach Wiederherstellung der einstigen Schönheit. Der Kircheninnenraum war nach einem Starkregen am 3. August 1847 großflächig geflutet und musste grundlegend saniert werden. In dem Zusammenhang sollte auch auf Wunsch des Kasseler Ministeriums des Innern dieses gotische Ensemble rekonstruiert werden. Mit der Restaurierung wurde 1854-1861 der Architekt Friedrich Lange beauftragt. Schon von Anfang an sorgte die Wiederherstellung der Chorschranke und ihr Figurenprogramm für kontroverse Diskussionen. Besondere Uneinigkeit bestand in der Farbfassung. Friedrich Lange strebte aufgrund der überlieferten Figuren eine mehrfarbige Ausführung an. Zur Veranschaulichung bestückte er anlässlich eines Besuchs des Kurfürsten den Mittelteil mit alten und neuen farbigen Statuen. Der Kurfürst war nicht überzeugt und ordnete an, dass alle noch aufzustellenden Statuen monochrom zu fassen seien. Schließlich blieb der Mittelteil farbig. Die Seitenfiguren erhielten eine graue Fassung. Auch die Rekonstruktion des Figurenkonzepts war spekulativ, da zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen nur die beiden Apostelfiguren bekannt waren und als Anhaltspunkt dienen konnten. Das Zentrum mit den zwei größeren Nischen wurde nun als Mittelrisalit mit Maßwerkbogen und kanzelartiger Empore weiter hervorgehoben. Eine Pietá mit zwei weiblichen Assistenzfiguren und der auferstandene Christus zwischen „schlaftrunkenen Wächtern“ fanden hier Platz. Sie wurden seitlich von Aposteln und Evangelisten flankiert. Die Seitenflügel zeigen links weibliche und rechts männliche Heilige. Musizierende Engel bilden die untere Figurenreihe. Die Statuen wurden größtenteils vom Gipsformer Umbach und der Firma C. Dopmeyer in Hannover in Betonguss gefertigt. Sie gehen teils auf Entwürfe des Bildhauers Carl Hassenpflug zurück.
Während konfessionelle Gründe zur Vernichtung des ersten Bildprogramms führten, hatte die Entfernung des zweiten Figurenschmucks vorrangig ästhetische Gründe. Bereits 1883 kritisierte Carl Schäfer die Ausführung der zentralen Figuren. Im Rahmen der Innensanierung 1931 veranlasste Hubert Lütcke schließlich die Beseitigung. Die Figuren sollten dem Mittelalter nachempfunden werden, entsprechen jedoch eindeutig dem übersteigerten Pathos und Ideal der standardisierten Ebenmäßigkeit des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig erinnern sie an eine Zeit der Rückbesinnung und Rezeption des Mittelalters mit ersten denkmalpflegerischen Tendenzen. Im nördlichen Seitenschiff repräsentiert die Figur der Elisabeth mit dem Rosenwunder das Bildprogramm des 19. Jahrhunderts. Weitere Statuen werden in der Oberkapelle aufbewahrt.

Quellen:
BICKELL, Ludwig, Zur Erinnerung an die Elisabethkirche zu Marburg und zur 6. Säcularfeier ihrer Einweihung, Marburg 1883.
BÜCKING, Wilhelm, Das Innere der Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg vor ihrer Restauration, Marburg 1884.
KOLBE, Wilhelm, Die Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg; Zum sechshundertjährigen Weihetag der St. Elisabethkirche dem ersten Mai 1883, Marburg 1883.
LEMBERG, Margret, Die Chorschranke in der Marburger Elisabethkirche, Marburg 2006.
LEPPIN, Eberhard, Die Elisabethkirche in Marburg, Marburg 1983.


Zum Erhalt des beweglichen Inventars: Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg; info@ffdem.de
Eine Sonderführung zum Elisabethschrein findet am Samstag, den 3.8.2019, um 16 Uhr in der Elisabethkirche statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des Vereins "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V." kostenlos.

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Verborgene Kunstschätze, Teil 3: Altarkreuz in der Oberkapelle

von Claudia Rust Von besonderem Bürgerengagement und Verbundenheit mit der Elisabethkirche zeugt ein kostbares und äußerst kunstvolles Altarkreuz in der Oberkapelle über der Sakristei. Aufgrund seines Aufstellungsortes ist es dem Kirchenbesucher verborgen und nahezu unbekannt.
Das große vergoldete Kreuz ist im neoromanischen Stil des ausgehenden 19.Jahrhunderts reich mit Reliefs, Schnitzwerk, Filigran und Email mehrfarbig gestaltet. Es vereint biblische Themen mit dem Motiv der heiligen Elisabeth. Drei Drachenwesen und durchbrochene Reliefs von Höllenhunden bilden in Anlehnung an romanische Vorbilder den Fuß. Das Kreuz ist zweiseitig gearbeitet. Es wird von einem gedrehten Schaft mit Blumenornament und filigranem Knauf getragen. Die Kreuzvorderseite zeigt zentral die gekreuzigte, aus Elfenbein geschnitzte Christusfigur vor mehrfarbig emailliertem Nimbus. Ein feines Muster aus Filigran, Blattwerk und kleinen Blüten überzieht die Kreuzarme. (Am oberen Arm fehlt die Applikation. Hier war zusätzlich ein Stein gefasst.) Stilisierte, dreipassige Lilien an den Kreuzarmen und ein Vierpass am Stamm zeigen Reliefs der Evangelistensymbole vor blauen Emailmedaillons, neogotische Floralmuster in Grubenschmelz und umlaufende lateinische Schriftbänder. Die Rückseite ist ausschließlich graviert und punziert. Ein Medaillon mit dem Lamm Gottes in der Vierung sowie drei Rundbilder mit Darstellungen des Pelikans mit seinen Jungen (Opfertod), des Phönix (Wiedergeburt) und des segnenden und thronenden Christus durchbrechen das flächendeckende Floralmuster der Kreuzarme. Den Stamm dominiert die ganzfigurige Elisabeth vor teppichartigem Kreuzmuster. Elisabeth ist als Fürstin mit Krone dargestellt. Sie zeichnet sich durch den Nimbus sowie das Kirchenmodell auf ihrer Hand und ein Schriftband aus. Drei große, in eine blühende Pflanze eingebundene Wappenschilder zieren den Kreuzfuß. Sie benennen die Bauherren der Elisabethkirche, den Deutschen Orden und die Landgrafen von Thüringen.     
Das eindrucksvolle Kreuz findet in der Literatur kaum Erwähnung. Dank einer lateinischen, jedoch stark korrodierten Inschrift auf der Rückseite des Kreuzstamms unterhalb der Wappen lässt sich seine Geschichte rekonstruieren. Demnach wurde es 1883 anlässlich der 600. Weihefeier der Elisabethkirche gefertigt und von Marburger Bürgern gespendet. Den Entwurf fertigte eigens der Konservator des Marburger Kulturmuseums und Denkmalschützer Ludwig Bickell. Mit der Ausführung wurde die renommierte Aachener Werkstatt August Witte beauftragt. Beide Tatsachen zeichnen das Kreuz aus: Zunächst handelt es sich nicht nur in der Motivwahl, sondern auch in der Komposition um ein Unikat. Zur Herstellung wurde eine spezielle Zeichnung von einem Fachmann angefertigt und nicht auf ein gewöhnliches Modell zurückgegriffen. Der ausführende Goldschmied, ein Handwerker aus Aachen, wurde sicherlich auch mit Bedacht gewählt. Das Zentrum für Sakralkunst befand sich im 19. Jahrhundert im Rheinland. Einzelne Ateliers spezialisierten sich auf die handwerkliche Anfertigung von liturgischem Gerät. Zudem wurde ihnen besondere Förderung durch einflussreiche Persönlichkeiten wie Alexander Schnütgen und Franz Bock zuteil. Die „Werkstatt zur Anfertigung kirchlicher Gefässe im mittelalterlichen Style“ des August Witte (1840-1883) in Aachen galt als eine der ersten Adressen. Besondere Wertschätzung erhielt Witte wegen seiner sachkundigen Stilnachbildungen, insbesondere der Kunst des 12. und 13. Jahrhunderts. Als Stiftsgoldschmied und Träger des Roten Ordens wurde er mit größeren Restaurierungsaufträgen in Aachen, Maastricht und Fritzlar betraut. Möglicherweise knüpfte der Denkmalpfleger und Fotograf Ludwig Bickell während der Restaurierung des Fritzlarer Domschatzes in den 1870er Jahren Kontakt mit dem Aachener Goldschmied und gewann ihn für die Anfertigung des Marburger Kreuzes. Die Arbeit bezeugt aufgrund der vielseitigen Techniken, der Farbigkeit und Gestaltung Wittes Kunstfertigkeit sowie sein handwerkliches Geschick. Gleichzeitig verkörpert das kostbare Kreuz die Bedeutung des Weihejubiläums für die Marburger Bürger. Es wurde besonders zelebriert!              
Quellen:
LEMBERG, Margret, Die Chorschranke in der Marburger Elisabethkirche, Marburg 2006.
RUST, Claudia, Der Päpstliche Hofjuwelier, Hof-& Domgoldschmied Wilhelm Rauscher in Fulda (1864-1925), Mainz 2007.


Zum Erhalt des beweglichen Inventars: Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg; info@ffdem.de
Sonderführung:
Eine Sonderführung zum Elisabethschrein findet am Sonntag, den 11.8.2019, um 16 Uhr in der Elisabethkirche statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des Vereins "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V." kostenlos.

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