Datenschutzerklärung

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2. Allgemeine Hinweise und Pflichtinformationen

Datenschutz

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Quelle: eRecht24: https://www.e-recht24.de / Stand: Mai 2018

Die Gründungsversammlung
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Constantin Scholl, Organist

Constantin Scholl, 1998 geboren, entdeckte schon früh seine Begeisterung für Musik. So nahm er mit sieben Jahren seinen ersten Klavierunterricht, den er mit vierzehn Jahren um Orgelunterricht erweiterte, bei Dekanatskantor Günter Emde. Schon wenig später begann er regelmäßig die Gottesdienste in den umliegenden Gemeinden seines Heimatortes Dietzhölztal musikalisch mit seinem Orgelspiel zu begleiten. Die Begeisterung für die Orgel führte ihn unter anderem mehrfach zu den C-Kursen der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern, wo er 2017 seine C-Prüfung mit Auszeichnung ablegte. Während dieser Zeit erhielt er zusätzlich Unterricht bei Bezirkskantor Joachim Dreher. Trotz seiner großen Liebe zur Musik entschied er sich nach seinem Abitur im Sommer 2017 für das Studium der Mathematik, welches er im Wintersemester 2017 an der Philipps-Universität Marburg antrat. Seitdem erhält er Orgelunterricht bei Bezirkskantor Nils Kuppe an der Elisabethkirche und singt im Universitätschor Marburg, um seinen musikalischen Weg auch neben dem Studium weiter fortzusetzen. Seit Mai 2019 ist er in der Funktion des Assistenten von Nils Kuppe als Organist an der Elisabethkirche tätig.

Verborgene Kunstschätze, Teil 1: Der Elisabethschrein

von Claudia Rust Als das prominenteste „bewegliche“ Ausstattungsstück der Elisabethkirche kann wohl der Elisabethschein bezeichnet werden. Er ist ein einzigartiges Beispiel mittelalterlicher Goldschmiedekunst aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und kunsthistorisch von höchster Bedeutung. Bereits seine architektonische Form, ein Langhaus mit zentralem Querhaus, findet kaum Vergleichbares. Die hölzerne Lade ist vollständig von einem feuervergoldeten Metallgehäuse aus getriebenen, teils gegossenen Kupfer- und Silberarbeiten ummantelt. Große Figuren der Elisabeth, der Maria mit Christuskind und dem thronenden Christus dominieren die Ansichtsseiten. Seitlich des Querhauses sitzen die zwölf Apostel in Nischen. Acht Flachreliefs auf den Dachflächen vervollständigen das Bildprogramm mit Darstellungen aus Elisabeths Leben. Zusätzlich schmücken Filigran, farbige Emailplatten, Edelsteine, Halbedelsteine, Gemmen, Glasflüsse, Perlmutterstücke und Perlen sowie große Dachknäufe den Schrein. Aufgrund seiner reichen, künstlerisch und materiell vielseitig gearbeiteten Erscheinung erregte der Schrein in den vergangenen Jahrhunderten stets Aufmerksamkeit und weckte aus unterschiedlichen Gründen Begehrlichkeiten. Viele Geschichten ranken sich um ihn und hinterließen Spuren auf seinem Äußeren. Die große Leerstelle im Querhaus gegenüber dem thronenden Christus erinnert an das verheerendste Geschehnis. Es ereignete sich während der französischen Besatzung durch Kaiser Napoleon. Napoleon hatte 1807 seinen jüngsten Bruder Jérôme als Herrscher im neugegründeten Königreich Westphalen mit Regierungssitz in Kassel eingesetzt. Jérôme zeigte großes Interesse an den Kunstgütern seiner Krondomäne, zu der auch Marburg und seine Besitzungen wie die Elisabethkirche gehörten. Er befahl nach Begutachtung des Schreins durch den Marburger Professor der Chemie und Mineralogie Johann Christoph Ullmann am 19. November 1810 die Überführung des Kunstwerks in seine königliche Schlosskapelle nach Kassel. Wider Erwarten wurde der Schrein dort infolge eine Schlossbrandes am 24. November 1811 weiteren Gefahren ausgesetzt. Der Schrein wurde zwar gerettet, stand jedoch zunächst unbeaufsichtigt einige Stunden im Schlosshof, wechselte dann ins Museum Fridericianum, gelangte in der Folgezeit in ein Depot für kurfürstliche Möbel und wurde schließlich in der Wohnung eines Offiziers untergestellt. Am 29. Juli 1813 konnte der Schrein unter Einsatz des Bischofs von Wendt und des Fürstbischofs von Corvey wieder in ein Gotteshaus, die Elisabethkirche in Kassel, versetzt werden. Von dort wurde er am 2. August 1814, nach Beendigung der französischen Herrschaft und der Rückkehr des Kurfürsten aus dem Exil, wieder in die Sakristei der Marburger Elisabethkirche zurückgeführt. Die anschließende Untersuchung des Schreins durch Professor Ullman und Zinsmeister Johann Jacob Feyler offenbarte die Veränderungen seit der Beschlagnahmung. Ullmann hatte vor der Abwanderung nach Kassel sämtliche Juwelen am Schrein gezählt und Siegelabdrücke der Gemmen angefertigt. Somit konnte die Differenz der Schmuckstücke exakt beziffert werden. Des Weiteren waren gravierende Beschädigungen an einzelnen Figuren, ein besonderer Kameo und das fehlende Motiv im Querhaus festgestellt worden. Hier befand sich ursprünglich ein Baumkreuz mit dem Korpus Christi und darüber ein Engel. Zusammen mit der erhaltenen Marien- und Johannesfigur bildeten sie eine Kreuzigungsdarstellung, die nun nur noch in einer Grafik von 1692 überliefert ist. Anstelle des Engels trägt der Schrein seitdem die kaum lesbare, eingeritzte Inschrift „Joh. Christoph Ullmann 17. Sept. 1814 / Joh. Jacob Feyler 14. Sept. 1814 / nach dem Raub durch die / Franzosen von 117 Edelsteinen“. Sie dokumentiert den Verlust und bezeichnet gleichzeitig dieses schicksalhafte Ereignis.
Neben solchen gewaltsamen Eingriffen in der Vergangenheit ist der Schrein auch stets natürlichen Widrigkeiten ausgesetzt. Klimatische Bedingungen wie Feuchtigkeit setzen den verarbeiteten Metallen und den Steinfassungen zu. Der Schrein wurde zuletzt 1931 restauriert. Eine grundlegende Restaurierung zur Erhaltung des kostbaren Kunstwerks ist dringend erforderlich.   Quellen:
BICKELL, Ludwig, Zur Erinnerung an die Elisabethkirche zu Marburg und zur 6. Säcularfeier ihrer Einweihung, Marburg 1883. KOLBE, Wilhelm, Die Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg; Zum sechshundertjährigen Weihetag der St. Elisabethkirche dem ersten Mai 1883, Marburg 1883.
LEMBERG, Margret, Der Elisabethschrein, die erstaunliche Karriere eines Kunstwerks: item sant Elizabeth im kasten, Marburg 2013.
LEPPIN, Eberhard, Die Elisabethkirche in Marburg, Marburg 1983.
Zum Erhalt des beweglichen Inventars: Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg; info@ffdem.de
Eine Sonderführung zum Elisabethschrein findet am Freitag, den 26.7.2019, um 16 Uhr in der Elisabethkirche statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des Vereins "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V." kostenlos.

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Verborgene Kunstschätze, Teil 2: Figuren der Chorschranke

von Claudia Rust Unter den Ausstattungsstücken der Elisabethkirche gebührt der Chorschranke besondere Aufmerksamkeit. Das Erscheinungsbild der teils durchbrochen gestalteten, steinernen Trennwand spiegelt anschaulich die gesellschaftlichen und ästhetischen Veränderungen über die Jahrhunderte wider. Erst Mitte des 14. Jahrhunderts wurde sie zur Abgrenzung des stillen Bereichs der Deutsch Ordensbrüder vom belebten Gemeinderaum errichtet und wechselte seitdem mehrfach ihr Äußeres. Jeder Eingriff hinterließ sichtbare Spuren. Besonders betroffen war stets die Galerie mit ihren Nischen, Podesten und Baldachinen für ein umfangreiches plastisches Bildprogramm.
Etwa 46 Statuen zierten ursprünglich die Trennwand und bestimmten somit wesentlich den Gesamteindruck. Sie fielen jedoch nach knapp 300 Jahren der Reformation zum Opfer. Zunächst blieb das Ensemble dank des Einflusses des Deutschen Ordens unversehrt. 1619 befahl der reformierte Landgraf Moritz der Gelehrte unter Berufung auf das alttestamentliche Bilderverbot die Vernichtung sämtlicher Figuren westlich der Chorschranke. Neben einzelnen Fragmenten von etwa zwölf Figuren, die im Rahmen einer archäologischen Grabung 1889 gefunden wurden, überlebten nur zwei Skulpturen in Gänze die Zerstörung.
Bei den erhaltenen ganzfigurigen Skulpturen aus dem 14. Jahrhundert handelt es sich um die Apostel Philippus und Jacobus, die sich durch ihre Attribute, das Kreuz und das Schwert, auszeichnen. Beide Sandsteinstatuen flankieren den Südeingang. Sie vermitteln uns heute einen Eindruck von der mittelalterlichen Gestaltung und Farbigkeit der Chorschranke und stehen stellvertretend für die verlorenen Figuren des 14. Jahrhunderts. Es ist davon auszugehen, dass die Chorschranke alle 12 Apostel präsentierte. Weitere Indizien zum ursprünglichen Bildprogramm geben die, teils im Marburger Kulturmuseum ausgestellten Fundstücken von 1889. Darunter befinden sich die sitzenden Figuren von Maria und Christus. Vermutlich stellen sie die Marienkrönung dar und waren in einer der großen Nischen im Mittelteil platziert. Kleinere Engelsfiguren füllten die untere Konsolenreihe.     
Über zwei Jahrhunderte verharrte die stark vom brutalen Bildersturm der Reformation gezeichnete Chorschranke als monochrom gefasste Trennwand mit abgeschlagenen Architekturteilen und ohne Figurenschmuck. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erstarkte das Verlangen nach Wiederherstellung der einstigen Schönheit. Der Kircheninnenraum war nach einem Starkregen am 3. August 1847 großflächig geflutet und musste grundlegend saniert werden. In dem Zusammenhang sollte auch auf Wunsch des Kasseler Ministeriums des Innern dieses gotische Ensemble rekonstruiert werden. Mit der Restaurierung wurde 1854-1861 der Architekt Friedrich Lange beauftragt. Schon von Anfang an sorgte die Wiederherstellung der Chorschranke und ihr Figurenprogramm für kontroverse Diskussionen. Besondere Uneinigkeit bestand in der Farbfassung. Friedrich Lange strebte aufgrund der überlieferten Figuren eine mehrfarbige Ausführung an. Zur Veranschaulichung bestückte er anlässlich eines Besuchs des Kurfürsten den Mittelteil mit alten und neuen farbigen Statuen. Der Kurfürst war nicht überzeugt und ordnete an, dass alle noch aufzustellenden Statuen monochrom zu fassen seien. Schließlich blieb der Mittelteil farbig. Die Seitenfiguren erhielten eine graue Fassung. Auch die Rekonstruktion des Figurenkonzepts war spekulativ, da zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen nur die beiden Apostelfiguren bekannt waren und als Anhaltspunkt dienen konnten. Das Zentrum mit den zwei größeren Nischen wurde nun als Mittelrisalit mit Maßwerkbogen und kanzelartiger Empore weiter hervorgehoben. Eine Pietá mit zwei weiblichen Assistenzfiguren und der auferstandene Christus zwischen „schlaftrunkenen Wächtern“ fanden hier Platz. Sie wurden seitlich von Aposteln und Evangelisten flankiert. Die Seitenflügel zeigen links weibliche und rechts männliche Heilige. Musizierende Engel bilden die untere Figurenreihe. Die Statuen wurden größtenteils vom Gipsformer Umbach und der Firma C. Dopmeyer in Hannover in Betonguss gefertigt. Sie gehen teils auf Entwürfe des Bildhauers Carl Hassenpflug zurück.
Während konfessionelle Gründe zur Vernichtung des ersten Bildprogramms führten, hatte die Entfernung des zweiten Figurenschmucks vorrangig ästhetische Gründe. Bereits 1883 kritisierte Carl Schäfer die Ausführung der zentralen Figuren. Im Rahmen der Innensanierung 1931 veranlasste Hubert Lütcke schließlich die Beseitigung. Die Figuren sollten dem Mittelalter nachempfunden werden, entsprechen jedoch eindeutig dem übersteigerten Pathos und Ideal der standardisierten Ebenmäßigkeit des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig erinnern sie an eine Zeit der Rückbesinnung und Rezeption des Mittelalters mit ersten denkmalpflegerischen Tendenzen. Im nördlichen Seitenschiff repräsentiert die Figur der Elisabeth mit dem Rosenwunder das Bildprogramm des 19. Jahrhunderts. Weitere Statuen werden in der Oberkapelle aufbewahrt.

Quellen:
BICKELL, Ludwig, Zur Erinnerung an die Elisabethkirche zu Marburg und zur 6. Säcularfeier ihrer Einweihung, Marburg 1883.
BÜCKING, Wilhelm, Das Innere der Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg vor ihrer Restauration, Marburg 1884.
KOLBE, Wilhelm, Die Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg; Zum sechshundertjährigen Weihetag der St. Elisabethkirche dem ersten Mai 1883, Marburg 1883.
LEMBERG, Margret, Die Chorschranke in der Marburger Elisabethkirche, Marburg 2006.
LEPPIN, Eberhard, Die Elisabethkirche in Marburg, Marburg 1983.


Zum Erhalt des beweglichen Inventars: Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg; info@ffdem.de
Eine Sonderführung zum Elisabethschrein findet am Samstag, den 3.8.2019, um 16 Uhr in der Elisabethkirche statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des Vereins "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V." kostenlos.

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Verborgene Kunstschätze, Teil 3: Altarkreuz in der Oberkapelle

von Claudia Rust Von besonderem Bürgerengagement und Verbundenheit mit der Elisabethkirche zeugt ein kostbares und äußerst kunstvolles Altarkreuz in der Oberkapelle über der Sakristei. Aufgrund seines Aufstellungsortes ist es dem Kirchenbesucher verborgen und nahezu unbekannt.
Das große vergoldete Kreuz ist im neoromanischen Stil des ausgehenden 19.Jahrhunderts reich mit Reliefs, Schnitzwerk, Filigran und Email mehrfarbig gestaltet. Es vereint biblische Themen mit dem Motiv der heiligen Elisabeth. Drei Drachenwesen und durchbrochene Reliefs von Höllenhunden bilden in Anlehnung an romanische Vorbilder den Fuß. Das Kreuz ist zweiseitig gearbeitet. Es wird von einem gedrehten Schaft mit Blumenornament und filigranem Knauf getragen. Die Kreuzvorderseite zeigt zentral die gekreuzigte, aus Elfenbein geschnitzte Christusfigur vor mehrfarbig emailliertem Nimbus. Ein feines Muster aus Filigran, Blattwerk und kleinen Blüten überzieht die Kreuzarme. (Am oberen Arm fehlt die Applikation. Hier war zusätzlich ein Stein gefasst.) Stilisierte, dreipassige Lilien an den Kreuzarmen und ein Vierpass am Stamm zeigen Reliefs der Evangelistensymbole vor blauen Emailmedaillons, neogotische Floralmuster in Grubenschmelz und umlaufende lateinische Schriftbänder. Die Rückseite ist ausschließlich graviert und punziert. Ein Medaillon mit dem Lamm Gottes in der Vierung sowie drei Rundbilder mit Darstellungen des Pelikans mit seinen Jungen (Opfertod), des Phönix (Wiedergeburt) und des segnenden und thronenden Christus durchbrechen das flächendeckende Floralmuster der Kreuzarme. Den Stamm dominiert die ganzfigurige Elisabeth vor teppichartigem Kreuzmuster. Elisabeth ist als Fürstin mit Krone dargestellt. Sie zeichnet sich durch den Nimbus sowie das Kirchenmodell auf ihrer Hand und ein Schriftband aus. Drei große, in eine blühende Pflanze eingebundene Wappenschilder zieren den Kreuzfuß. Sie benennen die Bauherren der Elisabethkirche, den Deutschen Orden und die Landgrafen von Thüringen.     
Das eindrucksvolle Kreuz findet in der Literatur kaum Erwähnung. Dank einer lateinischen, jedoch stark korrodierten Inschrift auf der Rückseite des Kreuzstamms unterhalb der Wappen lässt sich seine Geschichte rekonstruieren. Demnach wurde es 1883 anlässlich der 600. Weihefeier der Elisabethkirche gefertigt und von Marburger Bürgern gespendet. Den Entwurf fertigte eigens der Konservator des Marburger Kulturmuseums und Denkmalschützer Ludwig Bickell. Mit der Ausführung wurde die renommierte Aachener Werkstatt August Witte beauftragt. Beide Tatsachen zeichnen das Kreuz aus: Zunächst handelt es sich nicht nur in der Motivwahl, sondern auch in der Komposition um ein Unikat. Zur Herstellung wurde eine spezielle Zeichnung von einem Fachmann angefertigt und nicht auf ein gewöhnliches Modell zurückgegriffen. Der ausführende Goldschmied, ein Handwerker aus Aachen, wurde sicherlich auch mit Bedacht gewählt. Das Zentrum für Sakralkunst befand sich im 19. Jahrhundert im Rheinland. Einzelne Ateliers spezialisierten sich auf die handwerkliche Anfertigung von liturgischem Gerät. Zudem wurde ihnen besondere Förderung durch einflussreiche Persönlichkeiten wie Alexander Schnütgen und Franz Bock zuteil. Die „Werkstatt zur Anfertigung kirchlicher Gefässe im mittelalterlichen Style“ des August Witte (1840-1883) in Aachen galt als eine der ersten Adressen. Besondere Wertschätzung erhielt Witte wegen seiner sachkundigen Stilnachbildungen, insbesondere der Kunst des 12. und 13. Jahrhunderts. Als Stiftsgoldschmied und Träger des Roten Ordens wurde er mit größeren Restaurierungsaufträgen in Aachen, Maastricht und Fritzlar betraut. Möglicherweise knüpfte der Denkmalpfleger und Fotograf Ludwig Bickell während der Restaurierung des Fritzlarer Domschatzes in den 1870er Jahren Kontakt mit dem Aachener Goldschmied und gewann ihn für die Anfertigung des Marburger Kreuzes. Die Arbeit bezeugt aufgrund der vielseitigen Techniken, der Farbigkeit und Gestaltung Wittes Kunstfertigkeit sowie sein handwerkliches Geschick. Gleichzeitig verkörpert das kostbare Kreuz die Bedeutung des Weihejubiläums für die Marburger Bürger. Es wurde besonders zelebriert!              
Quellen:
LEMBERG, Margret, Die Chorschranke in der Marburger Elisabethkirche, Marburg 2006.
RUST, Claudia, Der Päpstliche Hofjuwelier, Hof-& Domgoldschmied Wilhelm Rauscher in Fulda (1864-1925), Mainz 2007.


Zum Erhalt des beweglichen Inventars: Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg; info@ffdem.de
Sonderführung:
Eine Sonderführung zum Elisabethschrein findet am Sonntag, den 11.8.2019, um 16 Uhr in der Elisabethkirche statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des Vereins "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V." kostenlos.

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Verborgene Kunstschätze, Teil 4: Juppe-Elisabeth und "französische" Elisabeth

von Claudia Rust In der Elisabethkirche stehen zwei ähnliche und doch recht verschiedene, farbig gefasste Holzfiguren der Kirchenpatronin. Beide erfuhren zu unterschiedlichen Zeiten Bewunderung und prägten das Bild der Heiligen. Sie wurden zu festen Bildtypen in der plastischen Kunst.
Die grundsätzlichen Merkmale stimmen überein: Elisabeth ist ganzfigurig und rundplastisch dargestellt, vornehm gekleidet, bekrönt und trägt das Modell der Elisabethkirche auf ihrer linken Hand. Nur wenige Jahre trennen beide Figuren voneinander. Der offensichtliche Unterschied liegt jedoch in ihrem Habitus.
Die prominentere Elisabethfigur wurde zwischen 1470 und 1500 geschaffen und befindet sich öffentlich zugänglich im nördlichen Seitenschiff auf einem ehemaligen Seitenaltar angrenzend an den Elisabethchor. Ein kapellenartiges, vom Marburger Bildschnitzer Ludwig Juppe Anfang des 16. Jahrhundert gearbeitetes Gehäuse umfasst die 135,5 cm hohe Skulptur. Diese Figur zeichnet sich durch ihre feine Gestaltung aus, die ihr trotz mangelndem Herkunftsnachweis, die Bezeichnung „französisch“ einbrachte. Stilistisch steht sie dem Grabmal Landgraf Ludwig I. in der Elisabethkirche nahe und könnte somit Meister Hermann [Kahl] zugeschrieben werden. In ihrer aufrechten, grazilen Haltung, dem zarten, äußerst schlanken Körperbau und der kostbaren Gewandung aus goldenem, gemustertem, eng gegürtetem Kleid mit Hermelinmantel verkörpert sie die anmutige, junge Fürstin. Ein Kopfschleier fasst ihr erhobenes Haupt ein und rahmt das filigrane Gesicht. Die große Blattkrone unterstreicht ihre adelige Herkunft. Ihr Attribut, das Modell der Elisabethkirche, ist nah am architektonischen Vorbild gearbeitet und vollendet den kunstvollen Gesamteindruck: Elisabeth als wohlhabende, milde Fürstin und Stifterin der Kirche. Diese Figur erfreute sich bereits in früheren Jahrhunderten besondere Beliebtheit. Im Jahr 1820 wurde der Darmstädter Hofarchitekt Georg Moller mit der bautechnischen Dokumentation der Elisabethkirche beauftragt. Seine Architekturzeichnungen beschränken sich auf die Wiedergabe des Innenraums. Das bewegliche Inventar war ausgeblendet - mit Ausnahme von der Elisabethfigur im Gehäuse als Teil des Elisabeth-Mausoleums.       
Weitaus weniger bekannt ist die zweite, nur 108cm große Elisabethfigur mit Kirchenmodell im Zelebrantenstuhl des Hochchors. Sie wird Ludwig Juppe, dem Schnitzer des erwähnten Gehäuses zugeschrieben und um 1510 datiert. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts rückt sie plötzlich in den Fokus. Der Architekt Karl Schäfer hebt sie in seinem „Inventarium“ zu Kunstwerken der Elisabethkirche aus dem Jahr 1873 als „prachtvoll“ hervor. Eine illustrierte Würdigung erfolgte wenig später, anlässlich des 600. Weihetages der Elisabethkirche durch Wilhelm Kolbe, den Pfarrer der Elisabethkirche. Er beschreibt sie in seiner Festschrift 1882 als „ganz vortreffliche“ Statue mit „höchst edlem Gesichtsausdrucke und ausgezeichnetem Faltenwurf ihres Gewandes“. Diese Figur zeigt Elisabeth zwar als junge Fürstin mit Witwenschleier und Krone. Ihre Körperhaltung spricht jedoch eine demütige Sprache. Mit geneigtem, durch den Schleier teils verdeckten Blick widmet sie sich fürsorglich einer, links vor ihr knienden, kleinen, hilfesuchenden Figur und reicht dieser ein Brot. Der Mantel dient der Verhüllung des Körpers und nicht der Präsentation. Diese schlichtere, bürgernähere und aufopferungsvolle Darstellung kam dem idealen Elisabethbild um 1900 wohl am nächsten. In Schriften zum 700. Jahrestag ihrer Geburt (1907) und ihres Todes (1931) bildete diese Elisabethfigur in Abbildungen den Typus und prägte den Kunstmarkt. In der Elwert´schen Universitäts-, Buch- und Kunsthandlung in Marburg standen Abgüsse der Skulptur zum Verkauf. Das Bildnis regte zu Nachbildungen an und war weit verbreitet. Ein Beispiel stellt die Holzfigur in der katholischen Kirche St. Elisabeth in Waldkappel dar.
Die geringere Wahrnehmung dieser Figur seit ihrer Entstehung kann auch mit ihrer durchweg unvorteilhaften Aufstellung im Kirchenraum zusammenhängen. Nach dem Bildersturm diente sie als grau gestrichener Platzhalter auf einer Konsole am nördlichen Mittelpfeiler. Im Rahmen der Innensanierung 1854-1861 wanderte sie restauriert auf den kaum zugänglichen Zelebrantenstuhl. Die wechselhafte Verwendung hatte Spuren hinterlassen:  Die Türme des Kirchenmodells, Elisabeths rechte Hand mit dem Brot und Teile der kleinen Figur sowie der Krone mussten ergänzt werden. Ihr heutiges farbig gefasstes Erscheinungsbild dokumentiert den Zustand und die Ästhetik des 19. Jahrhunderts.      
Quellen:
BLUME, Dieter; WERNER, Matthias, Eine europäische Heilige- Elisabeth von Thüringen, Katalog, Petersberg 2007.
KOLBE, Wilhelm, Die Kirche der heiligen Elisabeth zu Marburg; Zum sechshundertjährigen Weihetag der St. Elisabethkirche dem ersten Mai 1883, Marburg 1883.
LEMBERG, Margret, Die Flügelaltäre von Ludwig Juppe und Johann von der Leyten in der Elisabethkirche zu Marburg, Marburg 2011.
LEPPIN, Eberhard, Die Elisabethkirche in Marburg, Marburg 1983.
RUST, Claudia, St. Elisabeth in Waldkappel - Eine Kirche der Nachkriegszeit im Bistum Fulda, in: Hessische Heimat, 69.Jg., 2019, Heft 1, S. 10-16.
Wiederweihe der Elisabethkirche und Gedächtnis des 700jährigen Todestages der Heiligen Elisabeth in der St. Elisabethkirche zu Marburg an der Lahn: Do., 19. Nov. 1931, vorm. 9 1/2 Uhr, Marburg 1931.


Zum Erhalt des beweglichen Inventars: Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg; info@ffdem.de
Sonderführung:
Eine Sonderführung zur Juppe-Elisabeth und zur "französischen" Elisabeth findet am Samtag, den 17.8.2019, um 16 Uhr in der Elisabethkirche statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des Vereins "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V." kostenlos.

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Verborgene Kunstschätze, Teil 5: Barlachkreuz und das von Philipp von Hessen gestiftete Kreuz

von Claudia Rust Beim Betreten der Elisabethkirche fällt dem Besucher schnell das Kreuz am Altar vor der zentralen Nische der Chorschranke ins Auge. Das moderne Kreuz hebt sich deutlich von der übrigen Innenausstattung im gotischen Stil ab. Und dennoch fügt es sich wie selbstverständlich in das Ensemble. Dabei war es ursprünglich nicht für diesen Ort bestimmt und erregte zunächst aus künstlerischer und religiöser Sicht viele Gemüter. Anlässlich des 700. Todestages der Kirchenpatronin sowie auf Drängen des Leiters der staatlichen Denkmalpflege, Dr. Robert Hiecke, fand in den Jahren 1930-1931 unter Regierungsbaurat Hubert Lütcke eine umfangreiche Sanierung des Innenraums statt. Das gewandelte Stilempfinden spiegelte sich nun in der Umsetzung wider und steht in starkem Kontrast zur überladenden Ausgestaltung des 19. Jahrhundert. Die Chorschranke wurde gänzlich von allen neogotischen, aus der vorherigen Restaurierung stammenden Figuren sowie vom Triumphkreuz befreit und offenbarte sich dann in ihrer puren, monochromen Architektur. Ein modernes Kreuz sollte nun den Altar schmücken und die große Leere der zentralen Chorschrankennische füllen. Dieser Aufgabe widmete sich der Berliner Denkmalpfleger Dr. Hiecke ohne Rücksprache mit Marburger Instanzen. Er griff auf ein Gipsmodell für ein Kruzifix des Künstlers Ernst Barlach zurück, dass dem Staatsbauamt in Berlin als Entwurf für einen Soldatenfriedhof zugeschickt, aber bis dahin nicht ausgeführt worden war. In Bronze gegossen erfolgte die Umsetzung auf Kosten des Staatlichen Bauamtes in Berlin. Schließlich gelangte es Ende Oktober 1931 nach Marburg, wo die moderne, menschliche Darstellung des Gekreuzigten am gebogenen Kreuzbalken die Gemeinde spaltete. Persönlichkeiten wie der Kunsthistoriker Richard Haman oder Hubert Lütcke schätzten das Kreuz für seine Ausdrucksstärke. Die Mehrheit lehnte es jedoch ab.
Nur wenige Jahre später wurde es unter den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ eingestuft und musste 1936 aus dem öffentlichen Kirchenraum beseitigt werden. Der Kirchenvorstand wollte das Kreuz jedoch nicht aufgeben, woraufhin Prinz Philipp, Oberpräsident der Provinz Hessen, einen Kompromiss vorschlug. Er ersetzte das Barlach-Kreuz durch ein schlichtes Kruzifix aus seinem Besitz und verlagerte das denunzierte Werk auf einen Nebenaltar. Nach Kriegsende erhielt die Elisabethkirche das Barlach-Kreuz für ihren Altar vor der Chorschranke zurück. Seitdem erfüllt das Kruzifix des namhaften Künstlers Ernst Barlach nicht nur religiöse Zwecke, sondern erinnert als „Zeitzeuge“ an gewandelte kunst- und kulturpolitische Interessen und ermutigt zum persönlichen Engagement. Das Kruzifix des Prinz Philipp von Hessen wechselte seit 1980 mehrfach den Aufstellungsort. Aktuell steht es im südlichen Seitenschiff. Es handelt sich um ein schlichtes Altarkreuz mit „INRI“-Schriftband am kurzen, oberen Kreuzarm. Der Gekreuzigte ist in Dreipunktnagelung realistisch dargestellt. Der hohe Fuß trägt ein zierliches Relief des hessischen Löwen auf der Vorderseite. Die rückseitige Inschrift bezeugt die Schenkung anlässlich des 700jährigen Kirchenjubiläums durch PHILIPP v. LOTHRINGEN u. BRABANT. PRINZ u. LANDGR. z. HESSEN. Quellen:
LEMBERG, Margret, Die Chorschranke in der Marburger Elisabethkirche, Marburg 2006.
LEPPIN, Eberhard, Die Elisabethkirche in Marburg, Marburg 1983.
Zum Erhalt des beweglichen Inventars: Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg; info@ffdem.de
Sonderführung:
Eine Sonderführung zum Barlachkreuz und dem von Philipp von Hessen gestifteten Kreuz findet am Sonntag, den 25.8.2019, um 16 Uhr in der Elisabethkirche statt. Die Teilnahme ist für Mitglieder des Vereins "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg e.V." kostenlos.

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